Art Brut - Naive Art, Naive Kunst   [ Zurück / Back ]

Leonardus Neervoort /Holland Den Haag 1908 - 1981

Text aus dem Begleitheft zur Ausstellung Leonardus Neervoort Mai/Juni 1977 in der Galerie Zimmer, Düsseldorf

Von Beruf war Leonardus Neervoort Bote bei der Staatsdruckerei in Den Haag. 1957 begann er zu malen. Seine Bilder wurden seither auf vielen internationalen Ausstellungen gezeigt. Auf der 2. Triennale 1973 in Zagreb wurde ihm der 1. Preis zuerkannt.

Leo Neervoort ist sicher einer der bedeutendsten holländischen Naiven. Auf seine Malerei trifft zu, wonach die Qualität der authentischen Naiven zu beurteilen ist: Übereinstimmung von Dargestelltem und persönlichem Bezug des Malers zum Bildinhalt. Erlebnisfähigkeit und Beobachtungsgabe umgesetzt in eine eigene künstlerische Sprache. Unabhängig von professionellen Stileinflüssen. Intuitive Erfassung des Wesentlichen einer dargestellten Situation. Alle diese Merkmale finden sich in den Bildern Neervoorts. Die Bildinhalte schildern Begebenheiten aus der unmittlbaren Umgebung des Malers. Es faszinieren ihn die Paraden der königlichen Garden; Märkte, auf denen sich Menschen zwischen Verkaufsständen drängen; Demonstrationen der Bürger, Spruchbänder durch die Straßen tragend; ein Parkplatz im Carré einer holländischen Stadt; ein Umzug mit grotesken Masken; Zuschauer, die sich am Straßenrand drängen, um die vorbeifahrenden Radrennfahrer sehen zu können; Zuschauer beim Boxkampf; Zuschauer im Zirkus und vor dem Gehege der Bären im Zoo; Menschen zwischen blühenden Tulpenfeldern, am Sonntag in der Kirche am Hafen. Was immer Leonardus Neervoort darstellt, bringt er in eine gewissse Ordnung. Selbst dichtgedrängte Menschenmassen ordnet er durch Reihung oder durch die Blickrichtung der Köpfe. Menschen, Häuser, Bäume werden mit Hilfe typischer, reduzierter Formen dargestellt. Details, die unnötig verwirren könnten, bleiben unberücksichtigt. Dieser geordnete Eindruck wird unterstützt durch die Anwendung der Farbe. Ungemischte Tempera-Farben in frischem Blau, Rot, Gelb, Grün, Weiß, immer von schwarzen Konturen abgegrenzt, unterstreichen die klare Gliederung der Bilder.

Elke Zimmer

Einzelausstellung 1977 und zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen in der Galerie Zimmer bis heute

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